8./9.Juli 2017: MAFFEISPIELE, Jazz-Frühschoppen mit JEAN BAPTISTES JUG BAND - Förderverein Maffeispiele Auerbach e.V.

8./9.Juli 2017: MAFFEISPIELE, Jazz-Frühschoppen mit JEAN BAPTISTES JUG BAND

06.Dezember 2016

    9. Juli 2017: Maffeispiele - Frühschoppen am Sonntag: Jazz mit der Jean Baptistes Jug Band 

 

Fast schon Kult: Weißwurst und Jazz auf Maffei

Im Jahre 1965 gründeten einige Jazzbegeisterte in Hersbruck den Zoom 15-Jazzkeller. Doch nur Inventar hinunter zu schleppen und alte Platten aus den 20er Jahren zu hören, füllte sie doch nicht aus. Angespornt von den ersten Live-Auftritten traditioneller Bands, beschlossen sie selber auch Musik zu machen.
Allerdings beherrschten nur zwei dieser jungen Leute ein Instrument (Gitarre). So machte man aus der Not eine Tugend und orientierte sich an den Jug-Bands der 20er Jahre. Zwei besorgten sich Kamm und Kazoo, einer ein altes Waschbrett, einer töpferte sich einen Krug und ein Gitarrist kaufte sich billigst ein Hinterwäldler-Banjo. Dann wurde eineinhalb Jahre geübt.
Nach einigen Testauftritten in Hersbruck und der endgültigen Namensgebung entschloss man sich im Herbst '68 öffentlich aufzutreten. Kein Wunder, dass der erste Auftrittsort das Nürnberger Jazz-Studio war. Dieses Engagement war ein großer Erfolg auch weitere Gelegenheiten in Nürnberger Kneipen und bald im Umland. Die Musik war in erster Linie lustiger Natur, obwohl immer diverse Blues-Stücke zum Vortrag kamen. Und man scheute sich nicht, alte Schlager und fränkisches Liedgut zu verjazzen, was besonders auf allerlei Feierlichkeiten und Festivitäten gut ankam. Oft wurde spontan und ohne Gage gejazzt, meist für Bier und Leberwurstbrote. Bald war ganz Franken im Jug-Band-Fieber.
Da der Jug-Bläser für Jahre als Entwicklungshelfer nach Afrika ging und der Ersatzbläser weit entfernt studierte, wurde der Jug durch ein gewaltiges Sousaphon ersetzt. Mittlerweile hatte sich ein versierter Pianist dazugesellt.
Mitte der siebziger Jahre begannen die ersten Tourneen in den Norden der Republik und nach Österreich. In allerlei möglichen und unmöglichen Etablissements erschallte der Jazz, der sich mittlerweile etwas vom skiffleartigen zum New Orleans- Jazz gewandelt hatte. Auch das verjazzte Volks- und Schlagerlied wurde zugunsten alter Kompositionen aufgegeben. Sehr wichtig wurde dann der Tub-Bass, der zu der Band stieß und schließlich der bekannte Nürnberger Allround-Musiker Mitch Sauer, der das Sousaphon mit Helikon und Bass-Saxophon ablöste.

In dieser Besetzung spielt die Band auch heute noch ungebrochen vital, zwar nicht mehr so oft und gar nicht mehr schräg, aber zur Freude aller Fans mit dem alten Grundsatz:
"Lieber flotten Jazz als flotten Otto!"
 
Geblieben ist auch nach mehr als 45 Jahren die unbändige Spielfreude und der Spaß an Arrangements und spontanen Einfällen, die oft während der Auftritte entstehen und bei den Zuhörern immer für ausgelassene Stimmung sorgen.
Die Band spielt unterschiedlichste Stilrichtungen vom frühen New Orleans Jazz mit Jug und Banjo oder Chicago Jazz mit Basssaxofon bis zum Swing mit Gitarre und Kontrabass.

Dazu das Ambiente des Aussenbereiches von Maffei mit den beiden Fördertürmen im Hintergrund, ein kühles Weissbier und Weisswurst mit Breze - der gelungene Auftakt für einen Sonntag morgen! Video aus einer der Vorjahre


16. September 2017: Maffei Spezial mit Lizzy Aumeier solo